Faken
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[Bearbeiten] Umstände
Um die Jahrtausendwende wurde der Begriff faken oft für das illegale einwählen in das Internet benutzt. Die damals übliche Internetverbindung über ISDN / Analoger Telefonleitung konnte nicht über einen heute sehr populären Flatrate Tarif abgerechnet werden (weder gab es Angebote, noch waren Telefongesellschaften, wo die deutsche Telekom das absolute Monopol besaß, gewollt einen solchen Tarif anzubieten). Die Einwahl bei einem beliebigen Provider (damals sehr beliebt: Debitel, Viag Intercom, t-online...) ins Internet geschah über eine Einwahlnummer (die vom Provider) und einer Benutzername und Passwortangabe.
[Bearbeiten] Faken kurz zusammengefasst
Faken ist das Annehmen einer falschen Identität. Faken war ein gebräuchlicher Begriff für das Einwählen bei einem Interneprovider mit gefakten Benutzerdaten um einen Internetzugang zu erschleichen. Ein Fake war ein Benutzername und ein Passwort von einem Internetprovider, welcher über eine gesonderte Rechnung, neben der Telefonrechnung abrechnete. Mit der dazugehörigen Einwahlnummer wurde durch eine einfache DFÜ-Verbindung ein kostenloser aber illegaler Zugang zum Internet ermöglicht.
[Bearbeiten] Entwicklung
Um kostenlos, jedoch illegal, ins Internet zu gelangen konnten anfangs bei bestimmten Internetprovider Fake-Accounts angelegt werden. Durch den Umstand, dass man bei einigen Internetprovidern nach der Anmeldung, ohne jegliche Verifizierungen, sofort lossurfen konnte und die Abrechnung komplett über eine gesonderte Rechnung vorgenommen wurde, war dies auch jedem sehr einfach möglich. Bei der Anmeldung über das Internet oder über "Probe-CDs", welche einem beim einrichten der Internetverbindung und registrierung beim Provider hilfreich waren, wurden einfach fiktive Namen und Adressen angegeben. Die monatliche Rechnung ging dann z.B. an Donald Duck in Entenhausen... der Internetprovider blieb also auf den entstandenen Kosten sitzen. Nach kurzer Zeit erschwerten nahezu alle Internetprovider die Anmeldung, einige versendeten Passwörter noch per e-mail, andere nur noch per Post, und somit war es nicht mehr so einfach sich seinen eigenen Fake Account zu erstellen. Sehr rasch entwickelte sich eine Scene, welche sich hauptsächlich über IRC (Internet Relay Chat) organisierte. Ähnlich wie in der Warez-Scene wurde das ganze über "Ansehen und Respekt" verwaltet. Leute die viele Fake-Accounts besorgen konnten und weitergaben, waren sehr gut angesehen und haben auch von anderen die neusten Fake-Accounts bekommen.
Um 2000 wurde das Faken nahezu unmöglich, da alle Provider ihre Anmeldung umgestellt hatten. Es gab nur noch Restbestände von Fakes, welche mit sehr realitätsnahen Benutzerdaten erstellt wurden und nicht so viel benutzt wurden. Es kamen die sogenannten "realz" auf. Dies waren keine Fakez im eigentlichen Sinne mehr, denn es wurden echte Benutzerdaten benutzt. Entweder wurden die Einwahldaten über trojaner gestohlen oder es gelang mit fremden Daten einen neuen Account bei einem Provider zu erstellen. Der große Nachteil an der Sache war, dass jedem Nutzer klar war, dass eine reale Person eine Rechnung für die Internetaktivitäten bekommt. Es war nicht unüblich dass mehrere hundert Leute gleichzeitig mit einem Account online waren und Rechnungen in Höhe von mehreren tausend DM entstanden.
[Bearbeiten] Strafverfolgung
Oftmals kam die Rechnung doch. Viele Privatpersonen und auch Telefongesellschaften erstatteten Anzeige und viele Faker wurden noch kurz vor der Verjährung nach 5 Jahren zur Kasse gebeten. In einzelnen Fällen gab es schon während der Fakerzeit Hausdurchsuchungen und zugestellte Rechnungen. Viele, meißt jugendliche, erhielten Post von der Staatsanwaltschaft mit einer Anzeige wegen Computerbetrug. Doch die Staatsanwaltschaft war durch die Masse an Fakern oftmals schlicht überfordert. Telefonrechnungen von mehreren tausend Seiten waren keine Seltenheit. Diese mussten ausgewertet werden und der Schaden, welcher von jedem einzelnen verursacht wurde, ermittelt werden.
[Bearbeiten] Heute
Heute ist theoretisch faken immer noch möglich, doch lohnt sicher der Aufwand und die Gefahr erwischt zu weden nichtmehr. Es existieren eine Menge Flatratetarife, welche bezahlbar sind.
Eine Möglichkeit heute kostenlos Internetzugang zu erhalten bietet das auffinden von unverschlüsselten WLAN-Netzwerken. Doch diese zu nutzen, ohne die Erlaubnis des Besitzers zu haben, ist ebenfalls illegal und sollte tunlichst unterlassen werden!